07.01.2020
FREIE WÄHLER besuchen Ankerzentrum in Bamberg

Hold: Asylbewerber deutlich schneller in den Arbeitsmarkt integrieren

Bamberg. Rund ein Jahr nach Einführung der Ankerzentren will die Kritik an den Sammelunterkünften für Asylbewerber nicht abebben. Um sich ein Bild von der Lage vor Ort zu machen, haben Alexander Hold, Sprecher für Asyl und Integration der FREIE WÄHLER Landtagsfraktion, und Gabi Schmidt, stellvertretende Fraktionsvorsitzende und Mitglied in der Kinderkommission des Landtags, am Dienstag das Ankerzentrum Oberfranken in Bamberg besucht.

Die beiden Abgeordneten lobten im Anschluss die Arbeit der Regierung von Oberfranken, der Stadt Bamberg und des BAMF. »Man sieht deutlich die Bemühungen aller Beteiligten, für ein geordnetes Asylverfahren und gleichzeitig für menschenwürdige Verhältnisse und eine hohe Akzeptanz in der Nachbarschaft zu sorgen«, betonte Hold am Rande des Besuchs. Es sei aber vor allem den sehr stark engagierten Helferkreisen und der sehr großzügigen Liegenschaft zu verdanken, dass dies in Bamberg so gut gelinge. »Unabhängig von den Bamberger Verhältnissen sehen wir FREIE WÄHLER die Unterbringung von Asylbewerbern in Ankerzentren nach wie vor kritisch«, so Hold weiter.

»Leben Asylbewerber unterschiedlicher Nationalitäten mit widersprüchlichen kulturellen, religiösen, ethnischen und politischen Hintergründen über längere Zeit zusammen, lassen sich Konflikte nur schwer vermeiden.« So seien die Ankerzentren auch eine starke Belastung für die Bevölkerung der jeweiligen Gemeinde. Erschwerend käme hinzu, dass Massenunterkünfte Ausgrenzung und Stigmatisierung begünstigten. Deshalb seien dezentrale Unterkünfte mit kleineren Einheiten und engmaschiger Betreuung grundsätzlich zu bevorzugen – wie etwa seit Jahresbeginn in Schwaben praktiziert.

Erklärtes Ziel der FREIEN WÄHLER sei, so Hold, die Asylverfahren weiter zu beschleunigen. »Integrationswillige Asylbewerber müssen deutlich schneller als bislang in den Arbeitsmarkt und damit in unsere Gesellschaft aufgenommen werden«, betonte Hold. Sonst bestehe die Gefahr, dass sie in die Kriminalität abrutschten oder sich gar radikalisierten. »Schon während ihres Aufenthalts in Ankerzentren sollten Flüchtlinge einer sinnvollen Beschäftigung nachgehen dürfen.« So könne Gefühlen der Perspektivlosigkeit oder Ausgegrenztheit entgegengewirkt werden, sagte Hold.

Dank gelte in diesem Zusammenhang der Regierung von Oberfranken für die Beschulungsmöglichkeiten, dem gezeigten Feingefühl im Umgang mit Frauen, Jugendlichen und Kindern sowie der Wahrung der Privatsphäre, ergänzte Gabi Schmidt, die beim Besuch des Ankerzentrums vor allem die Unterbringungssituation von Familien in Augenschein nahm. Zu danken sei außerdem den vielen ehrenamtlichen Helfern, die sich vor Ort um die Menschen in den Ankerzentren kümmerten und von diesen auch akzeptiert würden. »Ohne diese Unterstützer würde die Aufnahme und Integration der zu uns kommenden Menschen nicht gelingen«, betonte Schmidt.

Wichtig sei, so Schmidt, die gesetzlich vorgesehene Aufenthaltsdauer für Flüchtlinge in Ankerzentren einzuhalten. »Eine Dauer von sechs Monaten sollte nicht überschritten werden – das gilt insbesondere für Familien mit minderjährigen Kindern«, so Schmidt. In den Ankerzentren müsse alles dafür getan werden, um vulnerablen Gruppen ein schützendes und förderndes Umfeld zu bereiten. Die Einrichtung in Bamberg sei hier vorbildlich. »Wir haben ein offenes und transparentes Zentrum vorgefunden«, betonte Schmidt zum Abschluss.